I bims ein Spielmännchen

Ganz schön dunkel hier drin…früher hab ich so oft Tageslicht gesehen, die Kinder haben es geliebt mit mir zu spielen. Jetzt komme ich maximal zu Weihnachten oder Silvester aus dem Karton, ganz schön langweilig. Ich frage mich womit die Kinder jetzt spielen? Und die Eltern, wie verbringen sie Ihre Zeit mit den Kindern?

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Oh wieso ruckelt es denn jetzt so? „Mama, ich habs gefunden..ganz unten unter all den anderen staubigen Kartons“. Na danke, das ist ja eine nette Begrüßung. Egal, ich hab das Gefühl ich werde heute mal wieder benutzt! Aber es kann noch nicht wieder Weihnachten sein. „Ach Super Max, das ist ja klasse. Dann steht dem Spieleabend ja nichts mehr im Wege. Das haben wir wirklich schon ewig nicht mehr gemacht, ich freu mich!“ Das gibt es ja nicht, höre ich richtig? Ein Spielabend? Endlich, darauf warte ich schon so lange. Uhhh da geht auch schon der Deckel auf, ganz schön hell hier draußen. Hallo Welt, i bims, das rote Spielmännchen aus dem alten Mensch-Ärger-Dich-Nicht Karton, lang nicht mehr gesehen! Ich hoffe ich bin nicht aus der Übung, aber das ist sicher wie Fahrrad fahren, das verlernt man nicht. Los geht’s, Max hebt mich aus dem Karton und setzt mich mit den anderen in unser Häuschen. Jetzt heißt es erstmal warten…mein Gott die würfeln aber auch ewig. Heute hab ich scheinbar den Pechvogel erwischt, alle anderen haben schon ein Männchen draußen….da ist sie! Die sechs! Nimm mich, nimm mich Max, am liebsten würde ich ihn anschreien…ich bin der Schnellste von uns allen, setz auf mich. Mist…ich steh also immer noch hier rum.

Mein Gott, Max Vater ist aber heute wieder ungeduldig, kaum wird er geschmissen da fegt er fast das ganz Spielbrett um. Aber solche Reaktionen ist man als Spielmännchen ja gewöhnt. Was wir nicht alles abkriegen…Wut und Glück liegen gerade bei Mensch-Ärger-Dich-Nicht so nah aneinander. Ich bin schon so oft vom Spielbrett geflogen, viele geben mir auch die Schuld. Meine Farbe, meine Form, alles trägt scheinbar zum Sieg oder zur Niederlage mit bei. Das gehört dazu und die vielen schönen Momente in denen man gelobt und getätschelt werden, die bleiben in Erinnerung.

Oh super es geht weiter, jippieh jetzt bin ich dran. Max setzt mich aufs Startfeld und schon schlägt mein Herz schneller, er würfelt, eine fünf, perfekt! Ich beobachte das Spielfeld, checke meine Konkurrenten ab. Wen kann ich als erstes erreichen und zurück ins Häuschen bugsieren? Wer ist schon zu weit weg. Die Gelben liegen heute ganz schön weit vorne! Schon ein Männchen im Häuschen und das nächste ist bald da. Egal, ich bin motiviert und glaube an unseren Sieg! Zack, schon sind wir wieder dran und Max Schwester mit ihrer grünen Truppe muss dran glauben. Aua – ich muss schon sagen, ich schmeiße auch gerne Gegner vom Feld aber so richtig angenehm ist das nicht. Gerade unter Geschwistern, Max hat ganz schön zugehauen und mich gegen das Männchen seiner Schwester geknallt.

Ach, das Leben eines Spielmännchens ist nicht immer leicht, aber ich will mich ja nicht beschweren. Diese schönen Spielabende, sie werden ja immer seltener, also genieße ich die Zeit auf dem Spielfeld und gebe mein Bestes, vielleicht werde ich dann ja wieder öfter ausgepackt.

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