Das Bild zeigt zwei kleine Jungen, die Schach spielen.

Warum wir nie aufhören sollten zu spielen

Was haben wir Menschen schon von Beginn an gerne getan? Und was macht uns ebenso viel Spaß, wie es uns etwas lehrt? Genau, das Spielen. Diese illustre Erfindung scheint auf den ersten Blick ein vor allem netter Zeitvertreib zu sein. Bei genauerem Betrachten fällt allerdings schnell auf, dass neben den Lach- und „Konzentrationsmuskeln“ ebenso einige andere essentielle Fähigkeiten beansprucht und trainiert werden. Aus diesem Gedankengang heraus nennen wir hier fünf gute Gründe, die ein Plädoyer für die Vielfalt des Spielens sein sollen.

1. Spielen fördert die Kommunikation

Es gibt wohl kaum ein Spiel, bei dem nicht gesprochen werden muss. Es sei denn die Rede ist von einer Spielsituation, in der der als allseits bekannte „unschlagbare“ Gegner der Computer ist. Abgesehen von diesem Spielvergnügen, bei dem wohl höchstens Fluchen das Résumé ist, da man dem viereckigen Kasten auf keinen Fall Anerkennung für kluge Spielzüge entgegenbringen möchte, wird wohl während eines Spiels meistens Gebrauch von Sprache gemacht. Schon Kleinkinder, wenn nicht sogar Babys, die ihre ersten Worte üben, zeigen über Laute und Sprechversuche, was sie vom aktuellen Spielgeschehen halten. Auch wenn es sich hierbei um das berühmt berüchtigte „Kuck-Kuck-Spiel“ mit Papa handelt und der Nachwuchs um eine Zugabe bittet. Um ein Spiel am Laufen zu halten, um Regeln zu erklären, um gemeinsame Lösungen zu finden oder einfach nur für die Schlussdebatte, wer denn nun fair gespielt und den Sieg verdient hat: Spielen erfordert und fördert Kommunikation. Und das sowohl bei den ganz kleinen, als auch bei den großen Spielern.

2. Spielen trainiert das logische Denken

Auch dieses Argument bezieht sich vor allem schon auf die kleinen Spielfans. Egal ob durch einen Steckbaukasten, beim Scrabblespielen oder bei einer Runde „Phase 10“, spielen erfordert logisches Denken sowie Kreativität. Ob es sich also um ein Brett- oder Kartenspiel handelt oder ein ganz klassisches Versteckspiel, den Spielenden werden in jeder Spielform möglichst kreative Lösungswege abverlangt. Und um auf diese zu kommen, wird besonders die rechte Gehirnhälfte beansprucht und somit trainiert, die für Formen, Figuren und Emotionen verantwortlich ist. Aber wie gesagt, Übung macht den Meister!

3. Dank Spielen über den Tellerrand hinausschauen

Auch diese Eigenschaft verlangt beinahe jedes Spiel ab: Um gewinnen zu können, ist es von großem Vorteil, sich als Spielteilnehmer in die anderen Spieler hineinversetzen zu können. Sinnvolles Kalkulieren ist gefragt und dabei stets die Vorgehensweise und die Absichten der Konkurrenten berücksichtigen. Die meisten Spiele fördern durch deren Spielverfahren also den bekannten Blick über den Tellerrand. Denn das gewisse Maß an Empathie, das verlangt wird, kann nicht nur beim Spielen von Vorteil sein, sondern kann ebenso im alltäglichen Leben behilflich sein, um sich in Mitmenschen hineinzuversetzen und deren Gedankengänge nachzuvollziehen.

4. Spielen fördert die Gemeinschaft

Natürlich gibt es Spiele, wie die bereits erwähnten Partien gegen „den Computer“ oder Handyspiele, die man in der Regel als einzig menschlicher Spielteilnehmer spielt. Ansonsten ist der Name „Gesellschaftsspiel“ Programm. Spielen fördert ungemein die Gemeinschaft zwischen Menschen. Es wird diskutiert, gelacht, zusammengehalten und es entstehen sogar oftmals „Insider-Witze“, die Teil der Freundschaft oder Beziehung bleiben. Und mal ganz ehrlich, wenn nicht beim Spielen, wobei sonst lernt man die wahren Charaktereigenschaften einer Person so gut kennen? Schließlich zeigt sich dann ganz ungehemmt und ehrlich, wer ein guter Verlierer ist und wer Niederlagen eher gekonnt unter den Tisch kehrt. 😉

5. Spielen macht Spaß

Ganz gleich ob klassische Brett- oder Kartenspiele, das Zocken an Konsolen oder Rollenspiele wie Krimidinner: Spielen ist ein spaßiger Zeitvertreib. Und in seiner Vielfalt fördert es nebenbei die oben aufgezählten Eigenschaften. Das Allerschönste ist wohl aber der Aspekt, dass es kaum Altersgrenzen vorgibt. Natürlich ist es einer Oma selbst überlassen, ob sie sich an der Wii probiert, aber auf dem Papier ist spielen für jedermann möglich. Oft besteht sogar nicht mal die Voraussetzung, lesen zu könnnen. Im Gegenteil, viele Spielformen üben das Lesenlernen. Diese Auflistung an positiven Effekten des Spielens kann wahrscheinlich noch ewig weitergeführt werden. Es bleibt nur noch anzumerken, dass Spielen nebenbei auch eine schöne Ablösung des stundenlangen digitalen Konsums ist und sicherlich eine gesündere Variante darstellt, für Groß und Klein.

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